Dienstag, 10. Januar 2012
Wer hat den groesseren?
.. also, den groesseren Dickkopf.

Das ist ja immer die Frage bei uns. Meistens gewinnt der halbe Grieche um Laengen (Jaja, ich weiss, jetzt geht wieder ein Aufschrei durch die Muettergemeinde, man muesse doch konsequent sein und so - ich bekomm das einfach nicht hin. Ich war definitiv eine bessere Mutter frueher mal. Als ich noch kein Kind hatte...)

Was ist also aktuell passiert? Der halbe Grieche bekommt abends noch eine Flasche sehr verduennte Pre-Milch, sozusagen weiss gefaerbtes Wasser. Eigentlich auch ueberfluessig, aber nun gut, er trinkt eh so wenig, da bekommt er wenigstens ein bisschen Fluessigkeit.
Nun wacht er aber auch nachts auf und will Milch. Bis vor kurzem reichte es, ihm einfach die abends nicht ausgetrunkene Flasche zuzureichen. Jetzt haben wir aber einen neuen Spleen: "Neue Milch haben!", verlangt das Kind.
Und dreht direkt ab, wenn ich ihm diese verweigere, ihm seine "alte" Milch oder aber gar Wasser anzubieten wage.

Letzte Nacht also, 2.58 zeigte der Wecker, geht die Heulboje an und verlangt: "Miiiiiiiiilß!!!!!" (er lispelt, wie gesagt).

Ich biete die Abendmilch an.

"NEIIIIIIIINNNNN!!! Neue Miiiiilß!

Ich biete Wasser an. Das Gejammer wird ohrenbetaeubend.

Ich stelle klar, dass es keine Milch gibt, er aber gern kuscheln kann und singe ihm was vor. In all den Ratgebern klappt das ja auch: Es soll zwar anfangs Protest geben, ganz klar, aber mit liebevollem kuscheln und streicheln und singen bekommt man die Kleinen wieder in den Schlaf, und nach hoechstens einer Woche ist der Spuk vorbei - keine Nachtmilch mehr noetig.

Haha.

Grosses Toben seitens des halben Griechen. Kuscheln will er nicht. Er will seine Milch. Seine neue Milch.

Singen ist ganz nett. Da schlummert er immer wieder leicht ein. Nur um kurz danach wieder aufzuwachen: "Miiiiiilch!!!!!" Ausserdem hoere ich seinen Magen knurren. Wenn er grad nicht nach Milch schreit, waelzt er sich im Bett herum und macht einen Heidenlaerm.

Ich bin todmuede. Ich kann nicht singen wenn ich muede bin. Ich werde langsam echt stinksauer, dass dieses Blag nicht einfach einen Schluck Wasser trinkt. Oder seine Abendmilch. Das ging doch frueher auch.

Das Ganze zieht sich. Plaerrerei, rumwuselndes Kind, abwechselnd meckernde und singende Mama. Wobei das Singen auch schon mehr ein Knurren ist.

An Schlaf ist nicht zu denken. Ich bin muede. Ich muss morgen frueher als gewohnt raus, weil im Buero grad Ueberstunden angesagt sind. Ich habe letzte Nacht schon nur ein paar Stunden geschlafen.

Aber man soll ja standhaft bleiben. Konsequenz ist alles. Ich schaff das.

Die Uhr zeigt 4.48, als das Kind endlich einschlaeft. Leider bin ich inzwischen hellwach. Oder doch nicht? Ich doese langsam ein, als

4:55:
"NEUUUUUEEE MIIIIIIIIIILßßß!!!!!!!!!"
erschallt.

Ich kippe um, gehe in die Kueche mache dem *piiiiieeeep* Blag seine *piiiieeeep* Milch, schnauze es an, dass es jetzt verdammtnochmal endlich Ruhe geben soll und ziehe mir das Kopfkissen ueber den Kopf.

Das seelige Schmatzen neben mir hoere ich trotzdem.

2 Minuten spaeter wird mir von dem schon halb schlafenden Kind die leere Flasche mit der Anweisung "Weg!" zugereicht.

Keine weiteren Vorkommnisse bis zum Weckerklingeln zwei Stunden spaeter.


Und wissen Sie, was das wirklich perfide an der Sache ist? Im Weihnachtsurlaub wollte ich ihm die Nachtflasche eigentlich abgewoehnen. Da haette es mich nicht gestoert, nachts stundenlang wachzuliegen, das Geplaerre an mir abperlen zu lassen und morgens einfach laenger zu schlafen. Is ja Urlaub.

Aber im Weihnachtsurlaub hat er nicht ein einziges Mal nachts nach der Flasche verlangt.

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